Gefahrgut bezeichnet Stoffe und Gegenstände, von denen während der Beförderung Gefahren ausgehen können. Die Anforderungen werden beispielsweise durch das ADR für den Straßentransport geregelt. Gefahrstoffe hingegen sind Stoffe oder Gemische, die aufgrund ihrer Eigenschaften Gefahren für Mensch oder Umwelt verursachen können. Für ihre Einstufung und Kennzeichnung gelten insbesondere die CLP-Verordnung sowie weitere Vorschriften des Gefahrstoffrechts. Ein Produkt kann gleichzeitig Gefahrgut und Gefahrstoff sein. Allerdings ist nicht jeder Gefahrstoff automatisch Gefahrgut.
Unternehmen, die gefährliche Güter versenden, verpacken, verladen oder befördern, müssen die jeweils geltenden Gefahrgutvorschriften einhalten. Dazu gehören insbesondere das ADR, die GGVSEB und gegebenenfalls die Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV). Je nach Tätigkeit sind unter anderem die richtige Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung, Beförderungsdokumentation und Unterweisung der Mitarbeiter erforderlich. Welche Pflichten konkret gelten, hängt von den übernommenen Aufgaben und möglichen Freistellungen ab.
Ein Sicherheitsdatenblatt ist insbesondere für gefährlich eingestufte Stoffe und Gemische erforderlich, wenn die Voraussetzungen nach Artikel 31 der REACH-Verordnung erfüllt sind. Auch für bestimmte nicht als gefährlich eingestufte Gemische kann auf Anfrage eines gewerblichen Abnehmers eine Bereitstellungspflicht bestehen. Das Sicherheitsdatenblatt enthält wichtige Informationen zu Gefahren, Schutzmaßnahmen, Lagerung, Entsorgung und Transport. In Deutschland muss es grundsätzlich in deutscher Sprache bereitgestellt werden.
Die PCN-Meldung (Poison Centre Notification) dient der Übermittlung von Informationen über bestimmte gefährliche Gemische an die zuständigen Stellen der EU-Mitgliedstaaten. Grundlage sind Artikel 45 und Anhang VIII der CLP-Verordnung. Eine Meldung ist grundsätzlich für Gemische erforderlich, die aufgrund ihrer gesundheitlichen oder physikalischen Gefahren eingestuft sind und in den entsprechenden Anwendungsbereich fallen. Die übermittelten Informationen unterstützen Giftinformationszentren bei medizinischen Notfällen.
Der UFI (Unique Formula Identifier) ist ein eindeutiger Rezepturidentifikator für Gemische. Er stellt die Verbindung zwischen einem Produkt und den im Rahmen der PCN-Meldung hinterlegten Rezepturinformationen her. Bei Gemischen, die unter die entsprechenden Vorschriften fallen, muss der UFI grundsätzlich auf dem Produktetikett angegeben werden. Dabei ist zu beachten, dass die Erstellung eines UFI-Codes allein keine PCN-Meldung ersetzt.
Mitarbeiter, die an der Beförderung gefährlicher Güter beteiligt sind, müssen grundsätzlich entsprechend ihren Aufgaben nach Kapitel 1.3 ADR unterwiesen werden. Beim Umgang mit Gefahrstoffen sind insbesondere die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung zu beachten. Dazu gehören tätigkeitsbezogene Unterweisungen auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung und der Betriebsanweisungen. Welche Schulungen erforderlich sind, richtet sich nach den konkreten Tätigkeiten und Gefährdungen im Unternehmen.